01.07.2021

Der Sommer 2021 steckt für die Menschen voller Hoffnung: Die Pandemie, die uns nun seit weit mehr als einem Jahr in Atem hält, ist noch lange nicht besiegt – Impfungen und Teststrategien lassen jedoch die Hoffnung zu, dass wir Schritt für Schritt zu einem „normalen Leben“ zurückkehren können. Genau in dieser Phase hat das Katholische Klinikum Koblenz · Montabaur in einer internen Online-Veranstaltung die Frage gestellt „Was macht Corona mit uns?“ und hierzu eine lebendige Diskussion in der Dienstgemeinschaft angestoßen.
Den Impuls für die Veranstaltung gaben Mitarbeitende, die den Wunsch an das Klinische Ethikkomitee herantrugen, sich im Rahmen der Dienstgemeinschaft über Aspekte der Corona-Einschränkungen und -Belastungen auszutauschen, die über die medizinische-pflegerische Patientenversorgung hinausgehen. Bereits im Vorfeld hatte das KKM Stimmen von Kolleginnen und Kollegen eingefangen: Wie haben wir persönlich die Pandemie bisher gemeistert? Wie konnten wir Beruf und Familie miteinander vereinbaren? Was hat mir persönlich in dieser Zeit gefehlt? Was können wir in Zukunft besser machen?
Heraus kamen viele unterschiedliche Sichtweisen, die im Rahmen der Online-Veranstaltung unter der Moderation von Peter Egenolf von den Teilnehmenden ergänzt und diskutiert wurden. „Es war nicht einfach, der Arbeit und dem Familienleben gerecht zu werden“, berichtete Simone Jochum, Lehrerin im Bildungscampus Koblenz des Katholischen Klinikums. „Ich musste für mich eine Strategie entwickeln und ein gutes Gleichgewicht finden.“
Mit Mario Klingbeil berichtete ein Mediziner von der Intensivstation am Marienhof wie schwer es war, Beruf und Familie zu koordinieren. „Meine Frau arbeitet als Lehrerin, ich war hier im Krankenhaus unabkömmlich. Das war keine leichte Zeit für unser Kind, welches zum Teil auf sich alleine gestellt war.“ Und Seelsorgerin Rita Krebsbach unterstrich: „Ich tue mich nach wie vor schwer, die Begleitumstände der Pandemie aushalten zu müssen.“
„Die Pandemie hat mich persönlich ganz schön durchgeschüttelt“, sagte auch Seelsorger Martin Saurbier. „Das bleibt nicht einfach in den Kleidern hängen. Die Pandemie hat mich deutlich an meine Grenzen gebracht. Es tut einfach gut zu sehen, dass die Zimmer, in denen vorher Corona-Patienten lagen, jetzt leer sind. Ich hoffe nur, die Menschen werden jetzt nicht übermütig.“ Logopädin Patricia Sandrieser unterstrich, „dass wir viele Sachen als Klinikum sehr gut gemacht haben. Darauf können wir alle gemeinsam stolz sein.“
Gleichzeitig wurde deutlich, dass Corona eine Grenzerfahrung war, deren Folgen noch nicht vollständig abschätzbar sind und die es nicht erlaubt, nach dem Abklingen der 3. Welle einfach zur Tagesordnung überzugehen; zumal auch die zurückkehrende Normalität im Krankenhausalltag – auch ohne Corona in den Kleidern – täglich neue Herausforderungen für den Einzelnen und die Dienstgemeinschaft als Ganze mit sich bringt.
„Auch wenn es leider nur im Rahmen einer Online-Veranstaltung möglich war, so war dieser Austausch für uns alle sehr wertvoll“, sagte der Hausobere Werner Hohmann. „Wir hatten die Möglichkeit über die Dinge zu sprechen, die uns im Rahmen der Pandemie bewegt haben und bewegen, die aber nicht zwingend etwas mit unserem Dienstalltag zu tun haben. Ich habe diesen Dialog als sehr wertvoll empfunden und bin froh, dass wir uns am KKM die Zeit für diese Art von Reflexion und Austausch nehmen.“