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05.02.2021

Für Menschen – Zusammenhalt aus der Krisenzeit bewahren

Dankbarkeit für das große Engagement und die Solidarität aller Mitarbeitenden in der Corona-Pandemie waren bei dem Neujahrsempfang der BBT-Gruppe zu spüren. In diesem Jahr fand die Veranstaltung zum ersten Mal als Livestream statt. Zugeschaltet war Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der sich den Fragen der Mitarbeitenden rund um die Themen Corona, Impfen und den Herausforderungen für das Gesundheitswesen stellte.

2020 war ein besonderes Jahr, das die Mitarbeitenden in den Einrichtungen der BBT-Gruppe an ihre Grenzen brachte, sie aber gleichzeitig als Dienstgemeinschaft weiter zusammenwachsen ließ. „Für Menschen – das war erlebbar und spürbar und ist es bis heute. Dieses Jahr hat gezeigt, dass wir als Dienstgemeinschaft noch enger zusammengerückt sind und dass vieles möglich war, von dem wir dachten, dass es nicht geht. Wir haben viel in dieser Krise voneinander gelernt. All das soll uns auch weitertragen, wenn die Pandemie überstanden ist“, sagte Bruder Peter, Barmherzige Brüder von Maria-Hilf und Regionalleiter der BBT-Region Trier. Er moderierte den Livestream, dem knapp 360 Zuschauer folgten, gemeinsam mit BBT-Geschäftsführer Dr. Albert-Peter Rethmann. Viele Zeichen der Solidarität und des besonderen Einsatzes zeigen die Mitarbeitenden während der Pandemie – nicht nur in Pflege und Medizin, auch in den Bereichen, die man nicht auf den ersten Blick sieht – ob in der Verwaltung, der Materialbeschaffung oder der Reinigung. „Dieses Engagement, das die Kolleginnen und Kollegen gezeigt haben, macht mich sehr stolz, Teil der BBT-Gruppe zu sein. Und diese vielen Beispiele zeigen, dass es um mehr geht, als nur, einen Job zu machen. Diesen Geist müssen wir uns bewahren“, betonte Dr. Albert-Peter Rethmann.

Gefühl der Gemeinschaft erhalten

„Sie alle haben mitgeholfen, durch diese schwere Zeit zu kommen“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Dass das Gesundheitswesen so widerstandsfähig und robust durch diese Pandemie gekommen sei, ohne überfordert zu sein, sei all denjenigen zu verdanken, die mit ihrer Fachkenntnis, ihrer Kompetenz, ihrer Erfahrung und mit ihrer Menschlichkeit sich jeden Tag um Menschen kümmern, die Hilfe brauchen, so der Minister. Wir erlebten gerade eine sehr schwere Phase der Pandemie mit vielen Härten im privaten, sozialen und wirtschaftlichen Bereich, aber der Weg aus der Pandemie sei nun mit den Impfungen begonnen. Die Zahl der Neuinfektionen sinke, die Maßnahmen wirkten. Diese Erfolge dürften durch vorzeitige Lockerungen nicht verspielt werden. „Was wir erreicht haben, das haben wir in Deutschland und Europa gemeinsam geschafft. Ich wünsche mir für dieses Jahr, dass wir uns dieses Gefühl der Gemeinschaft erhalten – auch wenn die Lage gerade sehr angespannt ist“, so der Minister weiter.

Corona, Impfen, Fachkräftemangel in der Pflege, Gesundheitspolitik – mehr als 200 Fragen zu diesen und weiteren Themen hatten Mitarbeitende vorab eingereicht, die stellvertretend von Professor Dr. Winfried A. Willinek, Ärztlicher Direktor des Brüderkrankenhauses Trier und Sprecher der Ärztlichen Direktoren in der BBT-Gruppe, sowie Thomas Geltenpoth, Pflegedirektor am Katholischen Klinikum Koblenz · Montabaur und Sprecher aller Pflegedirektoren der BBT-Gruppe, gestellt wurden.

„Lassen Sie sich impfen, wenn Sie das Angebot erhalten“

„Impfen ist der ultimative Schlüssel, um das Virus dauerhaft zu kontrollieren“, betonte Minister Jens Spahn. Alle drei in Deutschland zugelassenen Impfstoffe, Astra-Zeneca, Biontech und Moderna, seien hochwirksam. Astra-Zeneca sei zudem der einzige, der laut einer aktuellen Oxford-Studie die Virusübertragung reduziere. Es sei eine vernünftige Strategie, sowohl die über 80-Jährigen weiter schnell zu impfen, denn jeder zweite Todesfall in Deutschland sei über 80 Jahre, und gleichzeitig die unter 64-Jährigen mit Astra-Zeneca. So könne man insgesamt schneller mit dem Impfen vorankommen. Die Menge der vorhandenen Impfstoffe reicht nach den Worten des Ministers noch nicht aus, um wählen zu können. Das solle nicht zu Impfneid oder Diskussionen um die Wirksamkeit führen: „Ich kann nur jeden bitten – gerade in Kliniken und im Gesundheitswesen: Lassen Sie sich impfen, denn Sie schützen sich, aber vor allem auch andere. Es ist ein Privileg, wenn man ein Impfangebot bekommt.“ Ob geimpft oder nicht – zugleich warb Spahn dafür, sich in den nächsten Monaten weiter gemeinsam an die Regeln zu halten.

Ausgleich für finanzielle Belastungen an Kliniken

Zum Ausgleich der finanziellen Belastungen im Gesundheitswesen infolge der Pandemie sagte Jens Spahn zu, wie im vergangenen Jahr, in der Akutsituation die Liquiditätssicherung sicherzustellen – wenn reguläre Behandlungen und Operationen ausgesetzt werden müssen. Auf das gesamte Jahr hin gesehen, gebe es Ausgleichzahlungen, wenn die Ertragssituation schlechter sei, als sie ohne Pandemie gewesen wäre. „Wir haben fast vier Milliarden Euro in den vergangenen zwei Monaten an die Krankenhäuser gezahlt, das bleibt bis Ende Februar“, versicherte der Minister. Ob das verlängert werde, richte sich nach dem Pandemiegeschehen.

Des Weiteren stellte er eine weitere finanzielle Anerkennung für diese schwierige Phase der Pandemie für Pflegekräfte im Gesundheitswesen in Aussicht. Hierzu sei er mit Regierungskollegen in der Abstimmung. Dafür sollten andere Parameter als bei der ersten „Corona-Prämie“ gelten, „ob das dann aber alle als gerecht empfinden, kann ich nicht versprechen“, so Spahn.

Pflege im Mittelpunkt gesundheitspolitischer Maßnahmen

Die Pflege sei bereits vor Pandemiebeginn in den Mittelpunkt der gesundheitspolitischen Maßnahmen gestellt worden, betonte Jens Spahn. So nannte er die Ausgliederung des Pflegebudgets aus den DRGs als „die größte Veränderung seit 20 Jahren“. Es brauche nun vor allem das Vertrauen, dass die eingeführten Schritte zur Finanzierung, Personalbemessung, Ausbildung und Bezahlung auch in den nächsten Jahren trügen. Spahn: „Wenn Pflegekräfte den Eindruck haben, sie können sich darauf verlassen, dass es besser wird, denke ich, wird auch die Bereitschaft da sein, in der Pflege zu bleiben, zurückzukehren oder sich dafür zu interessieren.“ Gerade die vergangenen Monate hätten auch der Öffentlichkeit deutlich gezeigt, wie hoch die Expertise der Pflegekräfte und damit verbunden wie anspruchsvoll diese Ausbildung sei. Denn fehlende Intensivpflegekräfte könnten nicht innerhalb von sechs Monaten qualifiziert werden.

„Pflege ist stärker denn je“

Wenn der Berufsstand der Pflege in politischen und öffentlichen Debatten anders eine Rolle spielen wolle, brauche es Vertretung. „Die Pflege ist stärker denn je, wenn sie sich zusammentäte“, so Jens Spahn. Es verwundere ihn, wie gering der Organisationsgrad sei – ob in Gewerkschaft oder Pflegekammern. Dabei gehe es ja nicht nur um Bezahlung, auch um die Weiterentwicklung des Berufsstandes oder die Ausbildung. Pflegekammern könnten eine gute Vertretung sein. Die Pflege sei auch selbst für ihr Berufs-Image mitverantwortlich, betonte er.

Schwerpunkte in der medizinischen Versorgung

Mit Blick auf die Zukunft der Krankenhauslandschaft und Gesundheitsversorgung in Deutschland sagte Jens Spahn, dass diese überall dort gut gelänge, wo in den Regionen die Strukturen aus Maximalversorger, Uniklinik, Grundversorgung, Spezialversorger ineinander griffen. „Wenn ich über die Zahl der Kliniken rede, geht es mir in erster Linie um Qualität, nicht um Geld. Ich möchte keine Kliniken mehr, die fünf Prostata-OPs oder acht schwere Herzoperationen machen oder zehn Frühgeborene im Jahr behandeln. Das ist ein Qualitätsthema bis hin zum Todesrisiko“, so Spahn. Daher brauche es die Grundversorgung, auch die Notfall- und Spezialversorgung in der Fläche und die Bereitschaft, dort Schwerpunkte zu bilden. Es müsse nicht jede Klinik alles anbieten.

Digitalisierung sprach Jens Spahn als weiteres zentrales Thema für die Zukunft an: „Wie gerne hätte ich jetzt schon einen digitalen Impfpass, den wird es wahrscheinlich nächstes Jahr geben.“ Die elektronische Patientenakte, auf die jeder Gesetzlich Versicherte seit dem 1. Januar Anspruch hat, habe 16 Jahre bis zur Umsetzung gebraucht. Die nächsten Schritte in der Digitalisierung im Gesundheitswesen und in den Kliniken dürften nicht so lange dauern. Und da brauche es die Vernetzung und keine „Insellösungen“.

„Konfessionelle Krankenhäuser sind in der Krankenhauslandschaft sehr wichtig“

Im Vergleich zu anderen Gesundheitssystemen wie etwa in Großbritannien, bewertete Minister Jens Spahn die Vielfalt in der Trägerschaft von konfessionellen, freigemeinnützigen, kommunalen und privaten Kliniken in Deutschland positiv: „Und hier sind konfessionelle Krankenhäuser in der Krankenhauslandschaft sehr wichtig – gerade indem, was sie mit ihrem Selbstverständnis und in ihrer Arbeit für und mit den Menschen mitbringen. Das prägt ja nicht nur das Miteinander mit den Patienten sondern auch unter den Beschäftigten.“ Die Balance zwischen dem eigenen Anspruch und dem betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten, die sich unabhängig von der Trägerschaft stellen, gelinge nach seiner Einschätzung „sehr hervorragend“, so der Bundesgesundheitsminister.

„In dieser besonderen Zeit haben konfessionelle Einrichtungen wieder einmal bewiesen, dass die Sicherstellung des Versorgungsauftrages ohne eine ganzheitliche Zuwendung zum Menschen nicht funktioniert“, sagte Bruder Benedikt Molitor, Generaloberer der Barmherzigen Brüder Trier und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung.

Jens Spahn.

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