10.09.2025
Besuch von Bundestagsabgeordnetem am KKM

Im Rahmen seiner Sommertour besuchte der Bundestagsabgeordnete Prof. Dr. Armin Grau (Arzt und Bundestagsabgeordneter für Rheinland-Pfalz, Wahlkreis Ludwigshafen/Frankenthal) gemeinsam mit Michael Kock (Beisitzer im Vorstand der Grünen Koblenz und Stadtrat), beide Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen, das Katholische Klinikum Koblenz · Montabaur.
Ein Themenschwerpunkt war die Umsetzung der Krankenhausreform mit der Einführung sogenannter „Leistungsgruppen“ und die Frage, wie sich das KKM den neuen strukturellen und qualitativen Anforderungen stellt. „Aktuell befinden wir uns im Auftragsverfahren der Leistungsgruppen. Hierfür wird vom Ministerium für Wirtschaft und Gesundheit ein digitales Portal zur Verfügung gestellt“, sagte Annette Schaade, Kaufmännische Direktorin des KKM. „Wir glauben, dass die Qualität schon lange Vergütungsabhängig ist. Deshalb legen wir viel Wert auf Zertifizierung. Wir verfügen aktuell über 13 zertifizierte Zentren. Qualität entscheidet letztlich darüber, ob Patientinnen und Patienten uns ihr Vertrauen schenken und ob wir als relevanter medizinischer Partner in der Region wahrgenommen werden.“
Ein weiteres Thema des Gesprächs war die Versorgungssituation in der Region Koblenz. Schaade wies darauf hin, dass Koblenz durch seine zentrale Lage zwischen Mainz und Bonn eine besondere Rolle einnimmt: „Die Stadt Koblenz ist ein bedeutendes medizinisches Zentrum, viele Anbieter sind hier aktiv – jeder mit eigenen Schwerpunkten.“
Auch die Herausforderungen im Bereich Personal und der zunehmenden Bürokratie kamen zur Sprache. Frank Mertes, Direktor Unternehmenskultur am KKM, betonte die strategische Bedeutung eigenen Ausbildungsaktivitäten: „Wir setzen stark auf Ausbildung und betreiben einen eigenen Bildungscampus mit rund 600 Ausbildungsplätzen. Dort bilden wir Fachkräfte in verschiedenen Gesundheitsberufen aus – etwa in der Pflege, der Physiotherapie oder der Logopädie. So leisten wir aktiv einen Beitrag zur Nachwuchsgewinnung für unsere Einrichtungen und wirken dem Fachkräftemangel gezielt entgegen.“




„Der Fachkräftemangel
ist deutlich spürbar, insbesondere vor dem Hintergrund des demografischen
Wandels“, ergänzte Schaade. „Aktuell bauen wir unsere Ausbildungsberufe weiter
aus und beschäftigen uns zentral mit der Frage, wie wir bestehendes Personal
langfristig binden können. Dabei zeigt sich, dass der Mangel nicht nur Pflege-
und ärztliche Bereiche betrifft, sondern zunehmend auch in anderen
Berufsgruppen sichtbar wird.“
Prof. Dr. Grau erkundigte sich, ob die administrativen Anforderungen den
Klinikalltag beeinflussen. Annette Schaade betonte die wachsende Belastung
durch zunehmende Bürokratie. Die Anzahl der Datenmeldungen habe sich im Laufe
der Zeit deutlich erhöht, was zusätzliche Plausibilitätsprüfungen erforderlich
mache.
Michael Kock interessierte sich für den geplanten Medizincampus in Koblenz
und welche Potenziale man darin sehe. Annette Schaade erläutere, dass man in
dem geplanten Campus eine echte Chance sehe, Nachwuchsmedizinerinnen und
-mediziner an die Region Koblenz zu binden.
Die Vertreter der
Grünen zeigten großes Interesse an den praktischen Erfahrungen aus dem
Klinikalltag sowie den strukturellen Herausforderungen, die die geplante Reform
mit sich bringt. Trotz der komplexen Rahmenbedingungen herrschte Einigkeit über
das gemeinsame Ziel: eine zukunftsfähige und qualitativ hochwertige
Patientenversorgung sicherzustellen.
Das
Katholische Klinikum Koblenz · Montabaur dankt Prof. Dr. Armin Grau und Michael
Kock für den Besuch und den offenen und konstruktiven Dialog.


