23.07.2025
Das Katholische Klinikum Koblenz · Montabaur begrüßte kürzlich Vertreterinnen und Vertreter der FDP-Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz zum intensiven Austausch über die aktuellen Entwicklungen im Gesundheitswesen. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen unter anderem die Krankenhausreform, die angespannte wirtschaftliche Lage in der rheinland-pfälzischen Kliniklandschaft, die Fachkräftesituation sowie Fragen zur Notfallversorgung und Digitalisierung.
Ein zentrales Thema war die Umsetzung der neuen Leistungsgruppen im Rahmen des Krankenhausverbesserungsgesetzes (KHVVG). Das Direktorium berichtete von ersten Gesprächen mit dem Gesundheitsministerium und betonte die Notwendigkeit klarer, einheitlicher Regelungen sowie sinnvoller Kooperationen mit anderen Einrichtungen.
Deutlich
wurde auch: Der Fachkräftemangel betrifft längst nicht mehr nur Pflegekräfte
oder Ärzte, sondern das gesamte Spektrum – von IT über Technik bis hin zur
Verwaltung. Das KKM setzt mit seinem Bildungscampus gezielte Maßnahmen zur
Nachwuchsförderung. Kritik wurde an bürokratischen Hürden bei der Anerkennung
internationaler Fachkräfte sowie an der öffentlichen Darstellung von
Gesundheitsberufen geäußert. „Menschen im Gesundheits- und Sozialbereich erbringen
einen sehr wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. In unserer
Dienstgemeinschaft erleben wir täglich die Bereitschaft, entschieden für
Menschen einzutreten, ihnen beizustehen und den jeweils individuellen
Herausforderungen gerecht zu werden. Unseren Mitarbeitenden gilt hier ein
ausdrücklicher Dank für ihren Einsatz, der oftmals über das selbstverständliche
hinausreicht“, erläuterte Annette Schaade, Kaufmännische Direktorin am KKM.







Weitere Schwerpunkte des Austauschs waren die Notfallversorgung – insbesondere in strukturschwachen Regionen – und die zunehmende Belastung der Kliniken durch Aufgaben, die eigentlich in den Bereich der ambulanten Versorgung fallen. „Bedingt durch den Wegfall von hausärztlichen Strukturen verzeichnen wir eine Zunahme von Patienten in den Notaufnahmen, die jedoch keiner Notversorgung bedürfen“, sagte Sabine Saal, stellvertretende Kaufmännische Direktorin. Hier sehe man auf Seiten der Politik dringenden Handlungsbedarf, um die Situation zu entschärfen. Auch das Thema Datenschutz wurde kritisch beleuchtet: Eine gezielte Digitalisierung und Standardisierung könne laut Direktorium die Versorgungsqualität deutlich verbessern.
Die
Abgeordneten der FDP zeigten sich offen für die geschilderten
Herausforderungen. Beide Seiten betonten das gemeinsame Ziel, die medizinische
Versorgung in Rheinland-Pfalz nachhaltig zu stärken.