13.08.2026

Was trägt uns, wenn der Alltag laut wird?

Was trägt uns, wenn der Alltag laut wird?

Zwischen Dienstplan, Visite, Therapie, Verwaltung, Termindruck und wirtschaftlichen Anforderungen bleibt eine Frage im Arbeitsalltag häufig unausgesprochen: Was ist mir eigentlich wirklich wichtig – und was bedeutet es, in einem christlichen Unternehmen zu arbeiten? Genau dafür schafft ein besonderes Seminar der BBT-Region Koblenz-Saffig Raum. Zwei Tage, die nicht belehren wollen. Sondern zum Nachdenken, Austauschen und Entdecken einladen. Und für die es aktuell noch freie Plätze gibt.

„Christliche Werte bestimmen unser Handeln.“ Ein Satz, der im Leitbild des Katholischen Klinikums Koblenz · Montabaur fest verankert ist. Die BBT-Gruppe formuliert ihren Auftrag ähnlich klar: Praktizierte Nächstenliebe.

Doch was heißt das ganz konkret?

Ist ein christlicher Wert im hektischen Arbeitsalltag überhaupt spürbar? Was passiert, wenn persönliche Überzeugungen und die Werte eines Unternehmens aufeinandertreffen? Welche Rolle spielen Menschlichkeit, Würde, Verantwortung oder Nächstenliebe, wenn gleichzeitig medizinische Standards, wirtschaftliche Rahmenbedingungen und organisatorische Zwänge den Takt vorgeben?

Genau um solche Fragen geht es beim Seminar „Christliche Werte“, zu dem Mitarbeitende des Katholischen Klinikums Koblenz · Montabaur, des St. Elisabeth Krankenhauses Lahnstein und der Barmherzigen Brüder Saffig eingeladen sind.

Und dabei geht es ausdrücklich nicht um fertige Antworten.

Ralf Braun

„Wir möchten niemandem erklären, was er zu glauben oder zu denken hat“, sagt Ralf Braun, stellvertretender Direktor Unternehmenskultur am KKM. „Viel spannender ist die Frage: Welche Werte tragen mich persönlich? Was bedeutet mir meine Arbeit mit und für Menschen? Und wo begegnen sich meine eigenen Überzeugungen mit dem Auftrag unseres Unternehmens? Wenn darüber ein offener Austausch entsteht, dann wird aus einem Begriff wie Unternehmenskultur plötzlich etwas sehr Konkretes.“

Raus aus dem Alltag – und zurück zu den Wurzeln

Schon der Ort des Seminars ist bewusst gewählt: das Peter-Friedhofen-Haus mitten in Koblenz. Hier lebte und wirkte Peter Friedhofen, der Gründer der Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf. Damit führt das Seminar nicht nur gedanklich, sondern auch ganz unmittelbar zu den Wurzeln der heutigen BBT-Gruppe. Im Seminar wechseln Impulse und Gespräche einander ab. Persönliche Erfahrungen haben ebenso ihren Platz wie Zweifel, Fragen oder unterschiedliche Sichtweisen.

Randolf Comtesse, Sektionsleiter Konservative Orthopädie & Polio-Zentrum, hat das Seminar bereits selbst erlebt. „Ich bin damals mit Interesse hingegangen, aber ohne genau zu wissen, was mich erwartet. Und genau das war vielleicht das Gute daran. Es ging nicht darum, irgendwelche Sätze aus einem Leitbild auswendig zu lernen. Man beginnt vielmehr, über die eigene Haltung nachzudenken: Wie begegne ich anderen Menschen? Was leitet mich in schwierigen Situationen? Was ist mir in meinem Beruf wirklich wichtig? Das war überraschend persönlich und gleichzeitig unglaublich passend zu unserem Arbeitsalltag.“

Randolf Comtesse.

Sein Rat an Kolleginnen und Kollegen ist deshalb eindeutig: „Man sollte sich auf diese zwei Tage einfach einmal einlassen. Es ist ein kleiner Schritt raus aus dem normalen Takt – und dadurch entsteht Raum für Gedanken und Gespräche, für die sonst oft keine Zeit bleibt. Ich habe aus dem Seminar Dinge mitgenommen, die weit über diese eine Veranstaltung hinausreichen. Deshalb kann ich nur sagen: Geht hin, seid neugierig und begebt euch auf diese Reise.“

Keine Glaubensprüfung. Kein Pflichtprogramm. Sondern eine Einladung.

Gerade darin liegt der besondere Charakter des Seminars. Unterschiedliche Biografien, Überzeugungen und persönliche Wertvorstellungen sind ausdrücklich willkommen. Auch kritische Fragen gehören dazu.

„Christliche Unternehmenskultur kann nur lebendig sein, wenn wir miteinander darüber sprechen, was sie heute bedeutet“, betont Ralf Braun. „Sie darf kein Satz auf Papier bleiben. Sie zeigt sich darin, wie wir miteinander umgehen, wie wir Entscheidungen treffen und wie wir Menschen begegnen. Dafür brauchen wir die Perspektiven unserer Mitarbeitenden.“

Das Seminar bietet dafür einen geschützten Rahmen – abseits des gewohnten Arbeitsplatzes und bewusst mit Zeit für Begegnung. Die Teilnahme inklusive Verpflegung und Übernachtungsmöglichkeit ist kostenlos. Wer nicht im Peter-Friedhofen-Haus übernachten möchte oder kann, kann selbstverständlich auch ohne Übernachtung teilnehmen.

Vielleicht sind zwei Tage nicht viel Zeit. Aber manchmal reichen zwei Tage, um den eigenen Blick auf den Alltag ein Stück zu verändern.

Jetzt anmelden!

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Für die kommenden Seminartermine sind aktuell noch Plätze verfügbar.

  • Mitarbeitende des KKM melden sich über das Sekretariat des Direktoriums im Brüderhaus Koblenz an: Tel. 0261 496-6242, s.castenholz@bbtgruppe.de.
  • Mitarbeitende der Barmherzigen Brüder Saffig und des St. Elisabeth Krankenhauses Lahnstein melden sich über das Sekretariat des Direktoriums HO/KD Saffig an: Tel. 02625 31112, sekretariat.ho-kd.SF@bbtgruppe.de.