28.07.2026

Da Vinci in Montabaur: KKM startet roboterassistierte Chirurgie

Ein hochmodernes Operationssystem, ein umfassend vorbereitetes Team und neue Möglichkeiten für eine besonders präzise und schonende Chirurgie: Das Katholische Klinikum Koblenz · Montabaur hat am Brüderkrankenhaus Montabaur ein DaVinci-Operationssystem in Betrieb genommen. Federführend eingesetzt wird die neue Technologie von der Klinik für Urologie und Kinderurologie unter der Leitung von Chefarzt Dr. med. Alexander Höinghaus. Die ersten Eingriffe finden bereits in dieser Woche statt.

Mit der Investition stärkt das Katholische Klinikum die minimal-invasive Chirurgie am Standort Montabaur und erweitert das medizinische Angebot für Patienten aus dem Westerwald und den angrenzenden Regionen. Perspektivisch soll das System auch von weiteren operativen Fachabteilungen genutzt werden.

„Mit dem da Vinci-System beginnt für die operative Medizin in Montabaur ein neues Kapitel“, sagt Dr. med. Alexander Höinghaus. „Wir verbinden eine hochentwickelte Technologie mit der Erfahrung und dem Können unserer Operateure. Damit können wir bestimmte Eingriffe noch präziser und zugleich besonders schonend durchführen. Für unsere Patienten bedeutet das: Sie erhalten Zugang zu moderner roboterassistierter Chirurgie, ohne dafür die Region verlassen zu müssen.“

Der Arzt operiert – nicht der Roboter

Auch wenn häufig von einem „Operationsroboter“ gesprochen wird, operiert das System zu keinem Zeitpunkt selbstständig. Während des gesamten Eingriffs sitzt der Operateur an einer Steuerkonsole im Operationssaal. Von dort führt er jede Bewegung der Instrumente aus und behält jederzeit die vollständige Kontrolle über den Eingriff.

Eine hochauflösende, dreidimensionale und stark vergrößerte Darstellung des Operationsgebietes ermöglicht einen besonders detaillierten Blick auf feinste anatomische Strukturen. Die beweglichen Instrumente übertragen die Handbewegungen des Operateurs präzise und können sich auch in engen und schwer zugänglichen Bereichen sehr differenziert bewegen.

Dr. med. Alexander Höinghaus, Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie.
Dr. med. Alexander Höinghaus, Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie.

„Der DaVinci ist kein selbstständig handelnder Roboter, sondern ein hochpräzises Werkzeug in den Händen des Chirurgen“, betont Höinghaus. „Er trifft keine Entscheidungen und führt keine Bewegung aus, die nicht vom Operateur gesteuert wird. Die ärztliche Verantwortung, die Erfahrung und die Beurteilung der jeweiligen Situation bleiben immer beim Menschen. Die Technologie erweitert unsere Möglichkeiten – sie ersetzt aber weder den Arzt noch das eingespielte Team im Operationssaal.“

Diese klare Einordnung ist Höinghaus auch mit Blick auf mögliche Sorgen von Patienten wichtig: „Der Begriff Roboter kann zunächst Distanz oder Unsicherheit auslösen. Tatsächlich ermöglicht das System dem Operateur jedoch eine ausgesprochen direkte und kontrollierte Arbeitsweise. Vereinfacht gesagt: Es verlängert und verfeinert die Hände des Chirurgen.“

Investition in die Zukunft des Standortes

Der Einsatz des DaVinci-Systems ist Teil der stetigen Weiterentwicklung des Brüderkrankenhauses Montabaur. Das Katholische Klinikum investiert damit nicht nur in moderne Medizintechnik, sondern zugleich in die langfristige Leistungsfähigkeit des Krankenhausstandortes.

„Diese Anschaffung ist für die Menschen in der Region mit Blick auf die medizinische Versorgung ein starkes Signal“, sagt Annette Schaade, Kaufmännische Direktorin am Katholischen Klinikum Koblenz · Montabaur. „Spitzenmedizin darf keine Frage des Wohnortes sein. Wir möchten unseren Patienten moderne und schonende Behandlungsverfahren direkt vor Ort anbieten. Gleichzeitig stärkt eine solche Investition die Attraktivität unseres Hauses für hochqualifizierte Fachkräfte und schafft wichtige Perspektiven für die Weiterentwicklung mehrerer operativer Disziplinen.“

Mit dem neuen System werden bestehende Kompetenzen ausgebaut und neue fachübergreifende Möglichkeiten geschaffen. Während die Klinik für Urologie und Kinderurologie den Einsatz zunächst federführend etabliert, ist auch eine Nutzung durch andere Fachbereiche vorgesehen - wie zum Beispiel die Viszeralchirurgie.

Technologie braucht Erfahrung und Teamarbeit

Der Einführung des Systems ging eine intensive Vorbereitungsphase voraus. Ärzte, Pflegekräfte und weitere am Operationsprozess beteiligte Berufsgruppen wurden gezielt geschult. Abläufe im Operationssaal wurden gemeinsam trainiert und aufeinander abgestimmt. Denn auch mit modernster Technik bleibt eine erfolgreiche Operation immer die Leistung eines erfahrenen und eingespielten Teams.

Das DaVinci-Operationssystem. Foto: Intuitiv
Das DaVinci-Operationssystem. Foto: Intuitiv

„Medizinischer Fortschritt entsteht nicht allein durch die Anschaffung eines neuen Gerätes“, sagt Dr. med. Martin Haunschild, Ärztlicher Direktor des Katholischen Klinikums Koblenz · Montabaur. „Er entsteht dann, wenn medizinische Expertise, sorgfältige Qualifizierung, verlässliche Prozesse und moderne Technologie zusammenkommen. Genau dafür steht die Einführung des DaVinci-Systems in Montabaur. Die Robotik erweitert die operativen Möglichkeiten unseres Klinikums und setzt zugleich ein starkes Signal für die Qualität und Zukunftsfähigkeit des Standortes.“

Haunschild unterstreicht zudem die fachübergreifende Perspektive: „Wir führen hier keine isolierte technische Neuerung ein, sondern entwickeln unsere operative Medizin konsequent weiter. Dass mehrere Fachabteilungen von dem System profitieren können, macht die Investition für das gesamte Klinikum und für die Versorgung der Region besonders wertvoll.“

Moderne Medizin bleibt in der Region

Mit den ersten Eingriffen in dieser Woche beginnt nun der klinische Einsatz des DaVinci-Systems am Brüderkrankenhaus Montabaur. Für das Katholische Klinikum ist die Inbetriebnahme ein wichtiger Schritt, um Patienten auch künftig eine leistungsfähige, wohnortnahe und technologisch moderne Versorgung anbieten zu können. „Wir möchten den Menschen zeigen, dass medizinische Innovation nicht nur an großen Universitätskliniken oder in Metropolen stattfindet“, sagt Höinghaus. „Auch hier in Montabaur verfügen wir über hervorragend ausgebildete Mitarbeiter, viel operative Erfahrung und nun zusätzlich über eine Technologie, mit der wir unsere Möglichkeiten noch einmal deutlich erweitern können. Das ist eine sehr gute Nachricht für unsere Patienten und für die gesamte Region.“