30.06.2026

Thorax-Onkologischer Roundtable: Experten diskutieren moderne Therapieansätze

Thorax-Onkologischer Roundtable: Experten diskutieren moderne Therapieansätze

Wie behandelt man ein Lungenkarzinom, wenn sich bereits Metastasen gebildet haben – und welche Verfahren können dabei eingesetzt werden? Gibt es im metastasierten Stadium des Lungenkarzinoms noch eine kurative Behandlungsoption? Verschiebung der Grenzen zwischen Kuration und Palliation durch neue Behandungsmethoden. Mit genau diesen Fragen und Themen hat sich der interdisziplinär besetzte 11. Thorax-Onkologische Roundtable beschäftigt, zudem das Lungenkrebszentrums am Marienhof des Katholisches Klinikum Koblenz · Montabaur nach Koblenz geladen hatte.

Im Zentrum stand das metastasierte Lungenkarzinom im Kontext des oligometastatischen Konzepts – ein Bereich, in dem sich die Behandlung in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt hat. Deutlich wurde dabei vor allem: Eine einzelne Fachrichtung reicht für diese komplexen Entscheidungen längst nicht mehr aus. Pneumologie, Onkologie, Strahlentherapie, Radiologie, Nuklearmedizin, Pathologie und Thoraxchirurgie arbeiten hier eng zusammen.

Privat-Dozent Dr. med. Davor Stamenovic, Chefarzt der Klinik für Thoraxchirurgie und einer der beiden Leiter des Lungenkrebszentrums – das größte seiner Art in Rheinland-Pfalz - betonte, wie stark sich das Feld in den vergangenen Jahren verändert hat. Fortschritte in der Systemtherapie und der molekularen Diagnostik hätten die Behandlungsmöglichkeiten deutlich erweitert. Entscheidend sei heute, diese Entwicklungen gemeinsam zu bewerten und unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen. Genau dieser Ansatz habe im Mittelpunkt des Roundtables gestanden und sich in fünf Fachvorträgen sowie intensiven Diskussionen widergespiegelt.

Dr. med. Frank Müller, Leiter der Klinik für Pneumologie und gemeinsam mit Stamenovic Leiter des Lungenkrebszentrums, hob vor allem den interdisziplinären Charakter der Veranstaltung hervor. Der Austausch zwischen Onkologie, Strahlentherapie und Chirurgie habe die gesamte Bandbreite moderner Behandlungskonzepte abgebildet. Besonders wichtig sei zudem gewesen, dass auch die Palliativmedizin klar in das Gesamtkonzept eingebunden wurde und ihre Rolle im Behandlungspfad nochmals deutlich gemacht habe. Die anschließenden Diskussionen hätten die Inhalte praxisnah vertieft und in den klinischen Alltag zurückgeführt.

Zum Abschluss setzte sich der fachliche Austausch in kollegialer Atmosphäre fort – mit Raum für Gespräche, neue Perspektiven und den Blick über die eigene Fachgrenze hinaus.