22.05.2026
Geriatrie im Wandel: Neue Impulse für die Altersmedizin am KKM
Die medizinische Versorgung älterer Menschen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Mit dem demografischen Wandel steigt nicht nur die Zahl hochbetagter Patientinnen und Patienten, sondern auch die Komplexität ihrer Erkrankungen. Mehrfacherkrankungen, eingeschränkte Mobilität und soziale Faktoren greifen ineinander – klassische medizinische Ansätze stoßen hier schnell an ihre Grenzen.
Die Akutgeriatrie
setzt genau an dieser Stelle an: Sie versteht sich als ganzheitliches Konzept,
das medizinische Behandlung, pflegerische Versorgung und therapeutische
Maßnahmen eng miteinander verzahnt. Ziel ist es nicht allein, Krankheiten zu
behandeln, sondern die Selbstständigkeit und Lebensqualität der Patientinnen
und Patienten möglichst zu erhalten oder wiederherzustellen.
Entwicklung der
Klinik am KKM
Am Katholischen
Klinikum Koblenz · Montabaur wurde diese Entwicklung früh erkannt. Mit der
Gründung der Klinik für Akutgeriatrie im Jahr 2016 wurde ein wichtiger Schritt
getan, um den besonderen Bedürfnissen älterer Menschen gerecht zu werden. Mit
dem Jahresbeginn 2026 begann nun ein neues Kapitel: Nach rund einem Jahrzehnt
erfolgreicher Aufbauarbeit wurde Dr. Ralph Schulz als Chefarzt in den Ruhestand
verabschiedet. Die Leitung der Klinik übernahm Christoph Esten als neuer
Chefarzt.
Dieser Übergang
markiert nicht nur einen personellen Wechsel, sondern auch einen wichtigen
Moment der Weiterentwicklung. Während die bewährten Strukturen bestehen
bleiben, eröffnet die neue Führung zugleich Raum für frische Impulse und
innovative Ansätze in der geriatrischen Versorgung.
Medizinischer
Fortschritt in der Geriatrie
Die Altersmedizin
hat sich in den vergangenen Jahren dynamisch weiterentwickelt. Im Mittelpunkt
steht heute eine interdisziplinäre Herangehensweise: Ärztinnen und Ärzte
arbeiten eng mit Pflegekräften, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und
Sozialdienst zusammen.
Ein besonderer
Fokus liegt auf der frühzeitigen Mobilisation, um die Selbstständigkeit der
Patientinnen und Patienten zu fördern und Komplikationen zu vermeiden. Ebenso
gewinnen Themen wie die Prävention von Delir, der Umgang mit kognitiven
Einschränkungen sowie strukturierte Behandlungsprozesse zunehmend an Bedeutung.
Moderne Geriatrie
bedeutet dabei immer auch, individuelle Lebenssituationen zu berücksichtigen
und gemeinsam mit Patientinnen, Patienten und Angehörigen tragfähige
Perspektiven für die Zeit nach dem Klinikaufenthalt zu entwickeln.

Menschliche Dimension
Neben allen medizinischen Fortschritten bleibt die menschliche Komponente ein zentraler Bestandteil der geriatrischen Arbeit. Die Behandlung hochbetagter Menschen erfordert Zeit, Empathie und ein besonderes Verständnis für die Lebensrealität im Alter.
Fragen nach Lebensqualität, Selbstbestimmung und Würde stehen dabei im Mittelpunkt. Oft geht es nicht nur um Heilung im klassischen Sinne, sondern um Stabilisierung, Orientierung und die bestmögliche Unterstützung im Alltag.
Die Klinik für Akutgeriatrie versteht sich daher nicht nur als medizinischer Behandlungsort, sondern auch als Raum der Begleitung und individuellen Zuwendung.
Blick in die Zukunft
Mit der neuen Leitung richtet sich der Blick nun verstärkt auf die Weiterentwicklung der geriatrischen Versorgung am Klinikum. Ziel ist es, bestehende Strukturen weiter zu stärken, interdisziplinäre Zusammenarbeit auszubauen und neue medizinische Schwerpunkte zu setzen.
Auch die Vernetzung innerhalb des Klinikverbundes sowie mit externen Partnern spielt eine wichtige Rolle, um eine kontinuierliche Versorgung über den stationären Aufenthalt hinaus zu gewährleisten.
Die Geriatrie am Katholischen Klinikum Koblenz · Montabaur steht damit exemplarisch für eine Medizin im Wandel – hin zu einer ganzheitlichen, patientenzentrierten Versorgung, die den Herausforderungen einer älter werdenden Gesellschaft aktiv begegnet.


