14.07.2026

Harald Orthey (MdB) traf das KKM zum Austausch

Wie wirken sich politische Entscheidungen auf den Alltag in Krankenhäusern aus? Dieser Frage ging der Bundestagsabgeordnete Harald Orthey (CDU) bei einem Besuch im Brüderkrankenhaus Montabaur des Katholischen Klinikums Koblenz · Montabaur nach. Im Mittelpunkt des Gesprächs mit Geschäftsführer Jérôme Korn-Fourcade und Kaufmännischer Direktorin Annette Schaade standen die aktuellen Herausforderungen für Krankenhäuser sowie die Auswirkungen der laufenden Reformprozesse im Gesundheitswesen.

Für Harald Orthey ist der persönliche Austausch vor Ort ein wichtiger Bestandteil seiner parlamentarischen Arbeit. Gerade im Gesundheitswesen zeige sich häufig erst in der Praxis, welche Folgen politische Veränderungen tatsächlich hätten. Deshalb seien Gespräche mit Klinikleitungen, Ärztinnen und Ärzten sowie Pflegekräften besonders wertvoll. „Unsere Krankenhäuser leisten jeden Tag einen unverzichtbaren Beitrag für die Menschen in unserer Region. Diese Arbeit und die damit verbundenen Herausforderungen müssen in Berlin bekannt sein“, so Orthey.

Hohe Veränderungsdynamik belastet Krankenhäuser

Im Gespräch wurde deutlich, dass die Krankenhäuser aktuell mit einer außergewöhnlich hohen Zahl paralleler Veränderungsprozesse konfrontiert sind. Neben dem Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG), dem Krankenhausanpassungsgesetz (KHAG), dem GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz und der Weiterentwicklung des Landeskrankenhausplans sorgt auch die aktuelle Gesetzgebung im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung für zusätzliche Herausforderungen.

„Die Krankenhäuser stehen derzeit vor einer enormen Veränderungsdynamik. Reformen sind grundsätzlich notwendig, aber sie müssen mit Augenmaß erfolgen und die tatsächlichen Bedingungen der Versorgung berücksichtigen“, sagte Jérôme Korn-Fourcade. „Wenn gleichzeitig Strukturen neu geordnet, Prozesse verändert und zusätzliche Anforderungen umgesetzt werden müssen, braucht es vor allem Verlässlichkeit und Planungssicherheit. Unser gemeinsames Ziel muss sein, die bestmögliche Versorgung der Patientinnen und Patienten sicherzustellen.“

Ein weiterer Schwerpunkt des Austauschs war die zunehmende Bürokratie im Krankenhausalltag. Die Klinikleitung machte deutlich, dass umfangreiche Dokumentations- und Nachweispflichten erhebliche personelle Ressourcen binden.

„Jede Stunde, die unsere Mitarbeitenden zusätzlich für Bürokratie aufwenden müssen, fehlt letztlich für die direkte Arbeit am Patienten“, erklärte Annette Schaade. „Wir brauchen deshalb eine stärkere Orientierung an der Qualität der Behandlung und am tatsächlichen Ergebnis für die Patientinnen und Patienten. Gute Medizin sollte sich nicht vor allem daran messen lassen, wie viele Formulare ausgefüllt wurden, sondern daran, was beim Menschen ankommt.“

Ein weiteres Thema war die unterschiedliche finanzielle Ausgangslage verschiedener Krankenhausträger. Dabei wurde die Frage diskutiert, wie faire Wettbewerbsbedingungen und eine nachhaltige Finanzierung der Krankenhauslandschaft künftig gestaltet werden können.

MdB Harald Orthey (CDU) traf Annette Schaade (Kaufmännische Direktorin) und Jérôme Korn-Fourcade zum Austausch am Brüderkrankenhaus in Montabaur.
MdB Harald Orthey (CDU) traf Annette Schaade (Kaufmännische Direktorin) und Jérôme Korn-Fourcade zum Austausch am Brüderkrankenhaus in Montabaur.

Positives Jahresergebnis als Ergebnis gemeinsamer Leistung

Trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen konnte das Katholische Klinikum Koblenz · Montabaur für das Jahr 2025 ein gutes wirtschaftliches Ergebnis erzielen. Die Gesprächspartner betonten jedoch, dass dies kein Selbstläufer sei, sondern das Ergebnis konsequenter Arbeit in allen Bereichen.

„Ein positives Jahresergebnis entsteht nicht allein durch Zahlen im Controlling. Dahinter stehen jeden Tag engagierte Menschen in Medizin, Pflege, Therapie, Verwaltung und Management“, sagte Jérôme Korn-Fourcade. „Dass wir wirtschaftlich erfolgreich sind, gibt uns Stabilität und ermöglicht es uns, weiterhin in Qualität, Innovation und die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten zu investieren.“

Auch Annette Schaade unterstrich die Bedeutung des gemeinsamen Einsatzes aller Mitarbeitenden: „Unser Ergebnis ist vor allem ein Zeichen dafür, dass viele Bereiche erfolgreich zusammenarbeiten. Krankenhausversorgung funktioniert nur als Teamleistung – und genau diese Zusammenarbeit macht unser Klinikum stark.“

Zum Abschluss des Besuchs dankte Harald Orthey den Verantwortlichen für den offenen Austausch und die Einblicke in den Klinikalltag. Die gewonnenen Erkenntnisse werde er in seine politische Arbeit mitnehmen. „Solche Gespräche vor Ort sind entscheidend, um die Auswirkungen politischer Entscheidungen realistisch einschätzen zu können. Nur wer die Praxis kennt, kann gute Rahmenbedingungen für die Zukunft schaffen“, so Orthey.