03.06.2026
KKM schließt 2025 positiv ab: Stabilität in unsicheren Zeiten
Das Katholische Klinikum Koblenz · Montabaur (KKM) hat das Wirtschaftsjahr 2025 mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen – in einem Umfeld, das für Krankenhäuser weiterhin von finanziellen Unsicherheiten, politischer Dynamik und strukturellen Veränderungen geprägt ist. Dem KKM ist es gelungen, Leistungen wieder auszubauen, die Personalsituation zu stabilisieren und wichtige Weichen für die weitere Entwicklung zu stellen.
Im Interview spricht Annette
Schaade, Kaufmännische Direktorin des KKM, über die Faktoren hinter dem
positiven Jahresabschluss, über gezielte Investitionen in Kapazitäten und
Versorgungsstrukturen sowie über die Frage, warum kaufmännisches Handeln im Krankenhaus
immer auch Dienst am Menschen ist.
Frau Schaade, manch einer in
der Branche spricht bereits von einer Verstetigung der unsicheren Zeiten im
Gesundheitssektor. Themen wie das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz
oder die vorgesehene GKV-Gesetzgebung bringen zusätzliche Dynamik mit sich. Wie
schaffen Sie und Ihr Team es, dabei einen kühlen Kopf und einen klaren
Weitblick zu behalten?
Wir sind sehr froh und auch
stolz darauf, dass wir das Jahr 2025 mit einem positiven Jahresergebnis
abschließen konnten. Nach zwei Jahren mit negativen Ergebnissen ist das für uns
ein wichtiges Signal: Die Maßnahmen, die wir ergriffen und konsequent umgesetzt
haben, zeigen Wirkung. Das freut uns umso mehr, weil positive Jahresergebnisse
für Krankenhäuser unter den aktuellen Rahmenbedingungen alles andere als
selbstverständlich sind.
Entscheidend ist aus meiner
Sicht, dass wir im KKM mit viel Fachexpertise und über Bereichs- und
Berufsgrenzen hinweg zusammenarbeiten. Wir können uns darauf verlassen, dass
viele sehr gute Kolleginnen und Kollegen ihre Kompetenz einbringen und
gemeinsam nach tragfähigen Lösungen suchen. Diese teamorientierte und
kompetenzbasierte Zusammenarbeit ist eine große Stärke unseres Hauses.
Natürlich sind die
Unsicherheiten und Unwägbarkeiten real. Aber wir haben in den vergangenen
Jahren immer wieder bewiesen, dass wir auf Veränderungen reagieren können.
Dieses Vertrauen in die gemeinsame Leistungsfähigkeit hilft dabei, auch in
schwierigen Zeiten handlungsfähig zu bleiben und den Blick nach vorne zu
richten.
Was sehen Sie als klaren
Erfolg oder als Meilenstein für das KKM im zurückliegenden Wirtschaftsjahr?
Unter wirtschaftlichen
Gesichtspunkten ist es uns vor allem gelungen, zusätzliche Leistungen wieder
aufzubauen. Während der Corona-Pandemie und auch in den zwei, drei Jahren
danach sind die Leistungszahlen zunächst zurückgegangen und konnten nicht
sofort wieder das frühere Niveau erreichen. Das war kein spezifisches Phänomen
des KKM, sondern eine bundesweite Entwicklung. Umso wichtiger ist, dass wir
sowohl 2024 als auch 2025 wieder deutliche Leistungszuwächse verzeichnen
konnten.
Das bedeutet konkret: Wir
konnten wieder mehr Patientinnen und Patienten stationär und ambulant
behandeln. Diese Leistungsentwicklung konnten wir zudem gegenüber den
Kostenträgern gut begründen und in den Budgetvereinbarungen entsprechend
abbilden. Das ist ein wesentlicher Faktor für die wirtschaftliche
Stabilisierung.
Ein weiterer wichtiger Punkt
ist die Entwicklung im Personalbereich. Hier haben wir eine deutliche
Stabilisierung erreicht. Offene Stellen konnten nachbesetzt werden,
insbesondere in patientennahen Bereichen. Teures Leihpersonal benötigen wir nur
noch in besonderen Ausnahmefällen. Dadurch verfügen wir über einen stabileren
Personalkörper und konnten wieder mehr Kapazitäten personalisieren – also
beispielsweise mehr Krankenhausbetten tatsächlich betreiben und Patientinnen
und Patienten entsprechende Versorgungsangebote machen.
Hinzu kommt, dass wir im
Jahr 2025 wichtige ärztliche Führungspositionen (aufgrund von
ruhestandsbedingtem Ausscheiden) erfolgreich nachbesetzen konnten. Es ist uns
gelungen, Chefärzte zu gewinnen, die sowohl fachlich als auch menschlich sehr
gut zu unserem Haus und zu unserem Team passen. Auch das trägt wesentlich zu
einer stabilen und nachhaltigen Leistungsentwicklung bei.
Nicht zuletzt waren die
Budgetverhandlungen ein wichtiger Meilenstein. Für das KKM haben wir im Jahr
2025 mehrere Budgetverhandlungen vorbereitet und durchgeführt beziehungsweise
für 2026 vorbereitet. Dadurch konnten wir Rückstände aus vergangenen Jahren
deutlich abbauen. Das hatte nicht nur Einfluss auf das operative Ergebnis,
sondern auch auf unsere Liquidität. Insgesamt waren wir 2025 in einer
ausgeglichenen Liquiditätslage.

Welche Maßnahmen werden Sie gemeinsam mit dem Direktorium in diesem Jahr ergreifen, um weiterhin eine hohe Versorgungsqualität, wirtschaftliche Stabilität und nicht zuletzt die Attraktivität des KKM als Arbeitgeber sicherzustellen?
Ein Schwerpunkt liegt darauf, bestehende Nadelöhre in der Versorgung gezielt zu bearbeiten. Wir schauen sehr genau dorthin, wo Kapazitäten begrenzt sind – etwa bei Intensivbetten oder im Zentral-OP. Ziel ist es, Versorgungsprozesse so weiterzuentwickeln, dass wir Patientinnen und Patienten bedarfsgerecht behandeln können und zugleich unsere Ressourcen sinnvoll einsetzen.
Am Standort Montabaur erweitern wir beispielsweise die Intensivstation um IMC-Betten. Damit schaffen wir zusätzliche Überwachungskapazitäten für Patientinnen und Patienten, die zwar eine engmaschige Betreuung benötigen, aber nicht zwingend intensivpflichtig sind.
Am Marienhof planen wir den Aufbau beziehungsweise die Ertüchtigung einer sogenannten PACU, also einer Post-Anesthesia Care Unit. Das ist eine Überwachungseinheit für postoperative Patientinnen und Patienten. Sie liegt vom Versorgungsniveau her zwischen Normalstation und Intensivstation. Viele Patientinnen und Patienten müssen heute dank schonenderer Operations- und Anästhesieverfahren nicht mehr lange intensivmedizinisch behandelt werden. Sie benötigen aber für eine begrenzte Zeit eine strukturierte postoperative Überwachung, bevor sie auf Normalstation verlegt werden können. Genau dafür ist eine solche Einheit vorgesehen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die klare Trennung unterschiedlicher Behandlungssettings. Wir schaffen Behandlungseinheiten für tagesgleiche Patientinnen und Patienten und grenzen diese stärker von der vollstationären Versorgung mit Übernachtung ab. Damit reagieren wir auf die zunehmende Ambulantisierung und auf die Entwicklung der sogenannten Hybrid-DRGs, bei denen bestimmte Leistungen sektorenübergreifend einheitlich vergütet werden. Für Krankenhäuser bedeutet das, dass wir unsere Prozesse anpassen und Patientinnen und Patienten dort, wo es medizinisch sinnvoll ist, in einem anderen Setting als der klassischen vollstationären Behandlung versorgen.
All diese Maßnahmen dienen am Ende demselben Ziel: Wir wollen hohe Versorgungsqualität sicherstellen, wirtschaftlich stabil bleiben und zugleich attraktive Arbeitsbedingungen schaffen. Denn gute Strukturen helfen nicht nur den Patientinnen und Patienten, sondern auch unseren Mitarbeitenden.
Was macht für Sie persönlich in Ihrer kaufmännischen Tätigkeit aus, entschieden für Menschen zu arbeiten?
Auch wenn man es in der Zahlenwelt nicht immer auf den ersten Blick sieht: Für mich stehen die Patientenversorgung und unser Versorgungsauftrag im Mittelpunkt. Genau das ist mein Antrieb. Kaufmännische Verantwortung im Krankenhaus bedeutet nicht, Zahlen um ihrer selbst willen zu steuern. Es geht darum, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass wir eine gute Versorgung für die uns anvertrauten Menschen sicherstellen können.
Dazu gehört auch, dass Patientinnen und Patienten, die eine besonders hochwertige Versorgung benötigen – etwa teure Medikamente, aufwendige Therapien oder moderne Behandlungsverfahren –, diese Versorgung tatsächlich erhalten können. Unser Ziel ist immer, Menschen bestmöglich zu behandeln und sie in einem besseren Gesundheitszustand nach Hause zu entlassen, als sie zu uns gekommen sind.
In diesem Sinne ist wirtschaftliche Stabilität kein Selbstzweck. Sie ist die Grundlage dafür, dass wir unseren Versorgungsauftrag erfüllen und auch in Zukunft verlässlich für die Menschen in der Region da sein können.


