21.07.2026
KKM erhält erneut MRE-Qualitätssiegel

Das Brüderkrankenhaus Montabaur des Katholischen Klinikums Koblenz · Montabaur (KKM) ist erneut erfolgreich durch das MRE-Netzwerk Westerwald-Rhein-Lahn-Altenkirchen zertifiziert worden. Das Zertifizierungsteam der beteiligten Gesundheitsämter bestätigte die konsequente Umsetzung hoher Qualitätsstandards im Umgang mit multiresistenten Erregern sowie beim rationalen Einsatz von Antibiotika.
Mit dem erfolgreichen Abschluss der Prüfung erhält das Brüderkrankenhaus
Montabaur erneut das offizielle MRE-Qualitätssiegel. Dieses steht für geprüfte
Qualität in der Infektionsprävention und ist ein sichtbares Zeichen für
Patientinnen und Patienten, Angehörige sowie einweisende Ärztinnen und Ärzte.
„Das MRE-Qualitätssiegel ist weit mehr als eine Urkunde. Es zeigt, dass
unsere Hygienestrukturen funktionieren und dass die tägliche Arbeit unserer
Mitarbeitenden im Bereich Infektionsprävention nachhaltig Wirkung zeigt“,
erklärt Sylvia Kühl, Leitende Fachkraft für Hygiene & Infektionsprävention
in der Stabsstelle für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention am KKM.
„Gerade weil die Teilnahme an einem MRE-Netzwerk freiwillig ist, unterstreicht
die erneute Zertifizierung unseren Anspruch, über die gesetzlichen
Mindestanforderungen hinaus Verantwortung für die Sicherheit unserer
Patientinnen und Patienten zu übernehmen.“
Umfangreiche Prüfung
bestätigt hohe Qualität
Das MRE-Netzwerk Westerwald-Rhein-Lahn-Altenkirchen ist ein regionaler
Zusammenschluss von Akteuren im Gesundheitswesen mit dem Ziel, die Verbreitung
multiresistenter Erreger wie MRSA, VRE oder MRGN einzudämmen und gemeinsame
Standards in der Infektionsprävention umzusetzen. Die Koordination erfolgt
durch das Gesundheitsamt Altenkirchen.
Die Zertifizierung umfasst insgesamt elf Qualitätsziele, darunter
Patientensicherheit, Surveillance (systematische Erfassung und Bewertung von
Infektionen), spezielle Hygienemaßnahmen, Ausbruchsmanagement,
Antibiotikamanagement, Strukturqualität und Wissensmanagement.
Bereits im Vorfeld der Begehung wurden die umfangreichen Hygienedokumente
des Brüderkrankenhauses Montabaur durch Andrea Becker (Fachkraft für Hygiene
und Infektionsprävention am Brüderkrankenhaus Montabaur) und Dr. med. Edgar Sattinger
(externer Krankenhaushygieniker des KKM) geprüft und weiterentwickelt. Erst
nach Erreichen definierter Anforderungen in den einzelnen Qualitätsbereichen
erfolgte die abschließende Vor-Ort-Prüfung durch das Zertifizierungsteam.
Dabei überzeugte das Brüderkrankenhaus mit einem hervorragenden Ergebnis:
Von insgesamt 380 möglichen Punkten wurden 373 Punkte erreicht. Im Rahmen der
Abschlussbesprechung erhielt das Haus zudem ein ausdrückliches Lob für die
Umsetzung der Standards sowie für das Wissen und Engagement der befragten
Mitarbeitenden.
Hygiene als gemeinsame
Aufgabe
Für das Team der Krankenhaushygiene am KKM ist das Ergebnis vor allem eine
Bestätigung der täglichen Zusammenarbeit vieler Berufsgruppen: „Hygiene findet
nicht nur in der Hygienefachabteilung statt. Sie ist ein fester Bestandteil der
täglichen Arbeit aller Kolleginnen und Kollegen – in der Pflege, im ärztlichen
Dienst, in den Funktionsbereichen und in der Verwaltung.“
Das MRE-Netzwerk verfolgt neben der Vermeidung von Infektionen auch das
Ziel, Wissen weiterzugeben und die Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern,
Pflegeeinrichtungen und weiteren Partnern im Gesundheitswesen zu verbessern.
„Die erneute Zertifizierung zeigt, dass unsere Prozesse langfristig
etabliert sind und im Alltag gelebt werden“, so Kühl. „Das ist ein Erfolg des
gesamten Teams und ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit unserer Patientinnen
und Patienten.“
Mit dem bestätigten MRE-Qualitätssiegel setzt das Brüderkrankenhaus
Montabaur seinen kontinuierlichen Weg zur Sicherung und Weiterentwicklung
höchster Hygienestandards fort.
Hintergrund: Was bedeutet MRE?
MRE steht für „multiresistente
Erreger“. Dabei handelt es sich um Bakterien, gegen die mehrere
Antibiotika-Gruppen nicht mehr oder nur eingeschränkt wirksam sind. Für gesunde
Menschen sind diese Erreger häufig unproblematisch, für schwer erkrankte oder
geschwächte Patientinnen und Patienten können sie jedoch eine besondere
Herausforderung darstellen. Umso wichtiger sind konsequente Hygienemaßnahmen,
eine gezielte Erkennung von Risikopatientinnen und -patienten sowie ein
verantwortungsvoller Umgang mit Antibiotika. Das MRE-Netzwerk
Westerwald-Rhein-Lahn-Altenkirchen unterstützt dabei die regionale Zusammenarbeit
und die einheitliche Umsetzung bewährter Präventionsmaßnahmen.


