Unsere Therapien
Klinik für Thoraxchirurgie
Die Klinik für Thoraxchirurgie unter Leitung von Privatdozent Dr. med. Davor Stamenović bietet das gesamte Spektrum der operativen Thoraxchirurgie an – mit Ausnahme der Lungentransplantation.
Minimalinvasive Lungenkrebschirurgie
Ein zentraler Schwerpunkt der Klinik ist die konsequente Durchführung minimalinvasiver Eingriffe. Die videoassistierte thorakoskopische Lungenresektion (VATS) wird routinemäßig eingesetzt, beim Lungenkarzinom häufig inklusive minimalinvasiver Lymphknotenentfernung (videomediastinoskopische Lymphadenektomie).
Diese Schlüssellochverfahren führen nicht nur zu besseren kurzfristigen Ergebnissen – etwa weniger Schmerzen, schnellerer Mobilisation und kürzeren Krankenhausaufenthalten bei gleichwertiger onkologischer Sicherheit –, sondern auch zu deutlich verbesserten langfristigen Überlebensraten (The Lancet, 2026).
Aktuell erfolgen bereits deutlich über 85 Prozent aller onkologischen Lungenkrebsoperationen minimalinvasiv in uniportaler VATS-Technik – ein Niveau, das unser Klinikum in der deutschen Thoraxchirurgie in der Spitzengruppe positioniert.
Ein weiterer klinischer und wissenschaftlicher Schwerpunkt sind gewebeschonende Lungenresektionen, insbesondere Segment- und Subsegmentektomien. Diese ermöglichen auch bei eingeschränkter Lungenfunktion oder kleineren Tumoren eine kurative Therapie.
Mittels modernster technischer Ausstattung (3D-Rekonstruktion, ICG-Verfahren) können hochpräzise, individuell ausgeprägte – häufig von Standard-Anatomieatlanten abweichende – segmentspezifische Strukturen identifiziert und minimalinvasiv versorgt werden.
Auch mediastinale Tumoren werden minimalinvasiv über eine kleine Inzision (2–3 cm) unterhalb des Brustbeins im oberen Bauchbereich operiert – mit sehr rascher Rekonvaleszenz und minimaler postoperativer Belastung.
Die Behandlung aller malignen Erkrankungen erfolgt ausnahmslos im interdisziplinären, von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifizierten Lungenzentrum in enger Zusammenarbeit mit Pneumologie, Onkologie, Radioonkologie, Radiologie und Pathologie. Grundlage ist stets eine evidenzbasierte Therapieempfehlung.
Sarkomchirurgie
Die thorakale Sarkom- und Weichteilchirurgie stellt einen hochspezialisierten onkologischen Schwerpunkt dar und erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Universitären Centrum für Tumorerkrankungen (UCT) der Universitätsmedizin Mainz.
Unsere Patientinnen und Patienten werden dort im interdisziplinären Sarkomboard vorgestellt. Die operative Planung und Durchführung erfolgen jedoch vollständig in unserer Klinik.
Komplexe, multiviszerale Resektionen werden nach strengen onkologischen Prinzipien mit hoher chirurgischer Präzision durchgeführt. Für anspruchsvolle Rekonstruktionen besteht eine enge Kooperation mit der Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie der BG Klinik Ludwigshafen – einem der größten Zentren dieser Art in Deutschland. Ziel ist eine umfassende Versorgung mit funktionell und ästhetisch bestmöglichem Ergebnis.
Interventionelle Bronchial- und Lymphknotendiagnostik
Bei Tumoren mit Bronchialstenosen oder Atemwegsverengungen kommen bronchoskopische Verfahren zum Einsatz. Mittels Laser- oder Kryotherapie werden tumorbedingte Obstruktionen gezielt rekanalisiert.
In vielen Fällen erfolgt zusätzlich eine Stentversorgung, um die Atemwege dauerhaft offen zu halten.
Für das Lymphknotenstaging stehen moderne endoskopische Verfahren wie EUS, EBUS und endoskopische Mediastinalbiopsien zur Verfügung. Diese ermöglichen eine präzise, minimalinvasive Diagnostik und Charakterisierung von Tumoren und Lymphknotenbefall.
Moderne systemische Therapie: Chemo-Immuntherapie
Die systemische Therapie des Lungenkarzinoms hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend gewandelt. Anstelle der klassischen Chemotherapie kommt heute überwiegend die Chemo-Immuntherapie zum Einsatz – eine Kombination aus zytostatischer Chemotherapie und Immuncheckpoint-Inhibitoren.
Sie gilt gemäß den Leitlinien des Leitlinienprogramms Onkologie und Onkopedia seit mehreren Jahren als etablierte First-Line-Therapie bei metastasierten und lokal fortgeschrittenen Lungenkarzinomen.
Diese Therapieform wird in unserer Klinik frühzeitig und leitliniengerecht eingesetzt, da sie bei einem Großteil der Patientinnen und Patienten zu signifikanten Überlebensvorteilen gegenüber einer alleinigen Chemotherapie führt.
Die Entscheidung über Art und Umfang der systemischen Therapie erfolgt individuell im interdisziplinären Tumorboard. Stationäre und ambulante Behandlungen werden in enger Kooperation mit unseren onkologischen Partnerzentren durchgeführt.
Moderne antiemetische und supportivmedizinische Konzepte haben die früher häufigen Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen deutlich reduziert.
Strahlentherapie und multimodale Konzepte
Die Strahlentherapie kommt je nach Krankheitsbild als alleinige Therapie, in Kombination mit Chemotherapie (Radiochemotherapie) oder im Rahmen multimodaler Konzepte in Ergänzung zur Operation zum Einsatz.
In aktuellen Therapiestrategien wird insbesondere bei lokal fortgeschrittenen Lungenkarzinomen zunehmend auch die Kombination aus Strahlentherapie und Immuntherapie berücksichtigt, etwa bei Patientinnen und Patienten mit erhöhter PD-L1-Expression.
Durch die enge Zusammenarbeit mit strahlentherapeutischen Partnern steht Ihnen am Katholischen Klinikum Koblenz-Montabaur ein modernes, individuell abgestimmtes Behandlungskonzept zur Verfügung – von der minimalinvasiven Chirurgie bis hin zu komplexen multimodalen Therapieverfahren.


